Attendorn. Die Internationale ChemieOlympiade bietet chemiebegeisterten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ihr Talent unter Beweis zu stellen. Teilnehmer aus 85 Ländern setzen sich jährlich mit spannenden Fragestellungen auseinander, darunter auch 1300 deutsche Schülerinnen und Schüler. Franziska Schlüter, Schülerin der Q1 des Rivius Gymnasiums wurde von ihrem Chemielehrer Uwe Henker auf Olympiade aufmerksam gemacht und schaffte es bis in die zweite Runde des renommierten Wettbewerbs, was eine beachtliche Leistung darstellt.

Die Struktur der Chemieolympiade

Die Chemieolympiade ist in mehrere Runden unterteilt, die jeweils unterschiedliche Fähigkeiten und Kenntnisse erfordern. Die erste Runde besteht typischerweise aus einer Hausarbeit, die Aufgaben aus verschiedenen Bereichen der Chemie umfasst, darunter Anorganische, Organische, Bio- und Physikalische Chemie. Diese Aufgaben erfordern von den Teilnehmern, dass sie sich intensiv mit den Themen auseinandersetzen und eigenständig recherchieren.

Herausforderungen und Unterstützung

In der ersten Runde musste die Franziska unter anderem die Biolumineszenz von Pilzen analysieren. Als Unterstützung konnte sie an den Seminaren der Universität Dortmund teilnehmen, in denen sie die Möglichkeit bekam, sich mit Experten auszutauschen.

Die zweite Runde: Eine anspruchsvolle Klausur

Mit einer beeindruckenden Punktzahl von 85/100 qualifizierte sich die Schülerin für die zweite Runde, die aus einer dreistündigen Klausur bestand. Diese Klausur umfasste Multiple-Choice-Fragen, Kurzantworten und komplexere Aufgaben, die alle Bereiche der Chemie abdeckten. Die Vorbereitung auf diese Runde war für Franziska besonders intensiv, da sie mit den regulären schulischen Anforderungen kollidierte. Dennoch konnte die Schülerin durch Probeklausuren und Online-Trainings ihre Kenntnisse vertiefen.

Fazit: Eine wertvolle Lernerfahrung

Durch die Teilnahme an der Chemieolympiade gewann Franziska tiefere Einblicke in die Chemie und nahm an Workshops teil. Franziska freute sich über das Angebot und erklärte: „Die Teilnahme an der Internationalen ChemieOlympiade kann ich nur empfehlen.“ Sie wurde für jede Runde mit einer wohlverdienten Urkunde ausgezeichnet.

 

Ihr habt Lust auf einen Blick hinter die Kulissen? Dann lest gerne weiter:

Die Chemieolympiade – Ein Erfahrungsbericht

von Franziska Schlüter

Anfang Mai 2025 hat mein Chemie Lehrer, Herr Henker, mich auf die Chemieolympiade angesprochen. Das Thema? Mykologie, Biolumineszenz und höhere Chemie als die, die im Abitur gelehrt wird. Als sehr Chemieinteressierte Schülerin begeisterte mich das Thema.
Die erste Runde bestand aus Aufgaben aus den verschiedenen Bereichen der Chemie, Anorganische, Organische, Bio- und Physikalische Chemie, die in einer Hausarbeit bearbeitet werden sollten. Das heißt, die Aufgaben sollten durch Recherche, nachlesen in Büchern und Eigeninitiative gelöst werden. Aus reinem Interesse habe ich mich dazu entschieden teilzunehmen.
Die erste Aufgabe war ein Kreuzworträtsel. Eine Frage war zum Beispiel “Ein einzelliger Pilz, der zur Produktion von Kohlenstoffdioxid und Ethanol in Lebensmitteln genutzt wird.” Die Antwort: Hefe. Manche dieser Fragen waren durch Allgemeinwissen leicht zu beantworten, andere brauchten ein wenig Recherche, um das richtige Wort zu finden. Darauf folgte die Zuordnung von Molekülen, deren Namen auch im Kreuzworträtsel vorkamen.
Die zweite Aufgabe beschäftigte sich mit einer Qualitativen Analyse einer Pilzprobe, in der wir dann die Summenformeln der einzelnen Stoffe, dort “Spezies” genannt, aufschreiben sollten. Das Knifflige war, das wir außer den anwesenden Schwermetallionen, den Stoffen, die für die Trennvorgänge benutzt wurden, und den Farben der Spezies keine weitere Information über die Zusammensetzung der Stoffe bekommen haben. Es war eine großartige Knobel-aufgabe.
Die Dritte war sehr Physik-lastig und handelte primär von der Biolumineszenz von Pilzen und dem Stoff, der dafür verantwortlich ist, das Luciferin.
Die letzte Aufgabe handelte von einem Toxin, mit welchem man sich auf der Ebene der Stereochemie, also dem drei-dimensionalen Aufbau von Molekülen, beschäftigen sollte.
Wir wurden durch das Angebot unterstützt, an Seminaren an verschiedenen Universitäten teilzunehmen, die uns in die Themen der Olympiade eingeführt haben. Ich persönlich habe an den Seminaren an der Universität Dortmund teilgenommen. Der Raum, wie auch der Weg dahin, waren ausgeschildert und die Professoren waren alle freundlich.
Insgesamt gab es drei Seminare die drei Wochen lang am Freitag um 15 Uhr stattgefunden haben. Ein Seminar für die anorganische Chemie, wo uns zum Beispiel verschiedene Modelle vom Atomaufbau vorgestellt worden sind. Das zweite Seminar bestand aus zwei Vorträgen aus der Biochemie und der organischen Chemie. In der Biochemie wurde uns von der Lumineszenz erzählt und welche Tiere und Organismen Lumineszenz betreiben. In der organischen Chemie wurde uns die Stereochemie nähergebracht. Die Physikalische Chemie mit den Energieebenen der Elektronen und der Energieabgabe in Form von Licht wurde uns im dritten Seminar gezeigt.
Da ich zu diesem Zeitpunkt noch meinen Führerschein gemacht habe, bin ich immer mit meinem Vater nach Dortmund gefahren und die Schule hat mich für diese Tage teilweise beurlaubt, damit ich pünktlich bei den Seminaren erscheinen konnte. In diesen Seminaren wurden manche der Aufgaben mit uns besprochen, die meisten habe ich aber in den Sommerferien gelöst. Es war nicht einfach, aber es hat Spaß gemacht. Im neuen Schuljahr habe ich meine Lösungen meinem Chemielehrer abgegeben und dann gewartet. In der Zwischenzeit habe ich mich in der Q1, also der jetzigen 12.Klasse, eingelebt und schon im Chemieleistungskurs gemerkt, dass meine Recherchen mir etwas Vorwissen gegeben haben, was das Verstehen der Sachverhalte einfacher gemacht hat.
Im September 2025 bekam ich dann meine Lösungen zurück und mit einer Punktzahl von 85/100 kam ich in die zweite Runde – eine dreistündige Klausur im November. Auf der Webseite der Science Olympiaden, zu denen die IChO gehört, konnte man eine Probeklausur mit Lösungen finden, die ich für die Vorbereitung genutzt habe. Es gab Multiple-Choice-, Kurzantwortaufgaben und längere kompliziertere Aufgaben, die alle Bereiche der Chemie abdecken. Es gab auch ein Online-Training, um für diese Klausur zu Üben und Fragen zu stellen, aber ich konnte dieses leider nicht wahrnehmen, weil ich anderweit beschäftigt war.
Vor der Klausur fing dann meine erste Klausurenphase mit Leistungskursklausuren an. Ich musste gucken, wann ich für die IChO und wann ich für meine anderen Klausuren lernen konnte. Nach der Klausurenphase konnte ich mich voll auf die Olympiade konzentrieren. Bei Fragen konnte ich mich bei Herrn Henker erkundigen und auch anderen Personen, wie Frau Möncks vom Heimathafen, wo ich immer in Ruhe lernen konnte.
Die Klausur an sich habe ich während des Unterrichts in der Chemiesammlung geschrieben und die richtige Klausur war sehr ähnlich zu der Probeklausur, halt nur mit anderen Aufgaben. Die Arten der Aufgaben waren aber alle in der Probeklausur zu finden, also konnte man sich wirklich gut vorbereiten. Leider fiel der Termin der 2. Runde genau auf die Mitte der 4 Wochen zwischen meinen Klausurphasen des ersten Halbjahrs, wodurch ich keine Pause hatte und ich mich nach der IChO-Klausur direkt auf meine Chemie- und Englischleistungskursklausuren vorbereiten musste. Das war sehr stressig und vielleicht ein bisschen zu viel.
Im Januar habe ich dann erfahren, dass ich es nicht in die dritte Runde geschafft habe. Um ehrlich zu sein, war ich erleichtert. Hätte ich es weiter geschafft, hätte ich mich gefreut, aber so hatte ich die Chance, mich zu erholen und habe trotzdem viel gelernt. Außerdem hat die Teilnahme mir die Möglichkeit gegeben an vielen Chemie orientierten Workshops teilzunehmen und mich so meinem Interesse zu widmen. Letztlich habe ich auch zwei Urkunden bekommen. Eine für die Teilnahme an der 1. Runde mit dem Weiterkommen in die 2. und eine Urkunde für die Teilnahme an der 2. Runde. Was ich am besten daran finde, ist dass die Urkunden mit dem Titelbild der Olympiade bedruckt sind. Für meine ist das der leuchtende Pilz. Für die Urkunden für die IChO 2027 werden das Boba-Tea-Becher sein, denn die neuen Aufgaben beschäftigen sich mit den Stoffen, aus denen die Boba-Kugeln gemacht sind.
Somit kann ich die Teilnahme an der IChO nur empfehlen. Es ist vielleicht nicht einfach im Wettbewerb weiterzukommen, aber definitiv nicht unmöglich. Das Wissen, das ich dabei selbst erlernt habe, hilft mir in meinem Leistungskurs und auch bei meiner Berufswahl, weil ich so viel entdecken konnte.