
Foto: Auf dem Schulhof entstand am Demokratietag ein 12-Sterne-Bild, bei dem die Sechstklässler in Anlehnung an die Europaflagge Solidarität und Verbundenheit demonstrierten.
Am Samstag, den 31.01.2026, stand am Rivius Gymnasium alles unter dem Motto „Demokratie gestalten – Partizipation von jungen Menschen“.
Alle Schülerinnen und Schüler setzten sich in unterschiedlichen Workshops mit Facetten der Demokratie und Möglichkeiten der Partizipation auseinander.
Neben externen Partnern entwickelte der Projektkurs der Q1 „Demokratie gestalten“ für verschiedene Jahrgangsstufen Workshops, die dann auch von den Schülerinnen und Schülern des Projektkurses selbstständig durchgeführt wurden. So gestalteten sie gemeinsam mit den 5. Klassen Kunstwerke unter dem Motto „Demokreativ“ oder stellten die Kinderrechte in den Mittelpunkt ihres Arbeitens. In einem demokratischen Ohrenkino lernten die Fünftklässler Möglichkeiten der Partizipation im Alltag kennen, die sie in Fallbeispielen anschließend selber erarbeiten konnten.
Die 6. Klassen erprobten das Aula-Konzept, ein Konzept für mehr Mitgestaltung von Schülerinnen und Schülern an schulischen Entscheidungen und stellten ihre Ideen der Schulleitung vor. Außerdem stellten sich die Sechstklässler angeleitet von der Schülervertretung Fragen wie: Was ist Demokratie? Warum ist Wählen wichtig? Darf man alles sagen, was man will? Was ist Diskriminierung?
Die Mittelstufe setzte sich mit Rollenbildern und deren Auswirkungen auf die Demokratie sowie den Zusammenhang von Demokratie und KI auseinander.
Dank Tom Kleine und Wolfang Dröpper, die sich ehrenamtlich für die Initiative „Jüdisch in Attendorn“ engagieren, erfuhren die Neuntklässler, wie unsere Demokratie mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in Attendorn umgeht. Sie richteten den Blick auf die sichtbaren Zeichen jüdischen Lebens in Attendorn, wie die vierzehn Stolpersteine, die beiden Gedenktafeln, die Gerhard-Stern-Straße und den Jüdischen Friedhof.
Das Jugendparlament stellte ebenfalls seine Arbeit vor und entwickelte gemeinsam mit den Rivianern Ideen für mehr jugendliche Partizipation auf lokaler Ebene. Die Zehntklässler wurden im Debattieren angeleitet und führten anschließend Debatten zu selbstgewählten Themen wie „Brauchen wir in der Schule unbedingt Noten?“. Außerdem konnten sie im Gespräch mit einer Schülerin unserer dänischen Erasmus-Schule in Aalborg Einblicke in Möglichkeiten der Teilhabe in Dänemark bekommen.
Die Oberstufenschülerinnen und -schüler hatten die Möglichkeit sich mit der kolonialen Vergangenheit und deren Auswirkungen auf unsere heutige Demokratie auseinanderzusetzen. Dazu gestaltete Theodora Shandé, eine junge Filmemacherin aus Köln, auf der Grundlage ihres Dokumentarfilms „Sorry for the Genocide“ einen eindrücklichen Vormittag.
Zudem gab es einen Workshop zum Thema „Feminismus damals und heute“, in dem die Referentin Carolin Braun allen die Augen dafür öffnen konnte, dass das kein Thema nur für Frauen ist.
Ein weiterer Workshop, der von Jugendoffizier Hauptmann R. durchgeführt wurde, behandelte die Themen „mündiger Bürger“, „Rechtsstaat“ und „Wehrdienst“, wobei er die Schülerinnen und Schüler über sicherheitspolitische Zusammenhänge informierte.
Darüber hinaus gestaltete Paula Schwarz auf der Grundlage ihres Buchs „Unbezahlbar. Wie ich aus altem Reichtum ausbrach, um neue Werte für alle zu schaffen“ einen Workshop zu der Frage, was im Alltag der Jugendlichen fairer organisiert werden müsste, damit Demokratie nicht nur ein Wort bleibt.
Am Ende des Tages war der allgemeine Tenor in der Schüler- und Lehrerschaft, dass der Tag sich gelohnt hat und eine Bereicherung war, weil es ein so wichtiges Thema für uns alle ist.
Auch Wiebke Boecker und Matthias Ernst, Organisatoren des Demokratietages, zeigten sich angetan: „Wir freuen uns über den Input unserer externen Partner, der unseren Demokratietag sehr bereichert hat. Besonders stolz sind wir aber auf die tollen Beiträge unserer Schülerinnen und Schüler, die ihren Mitschülerinnen und Mitschülern zeigen: Demokratie ist nicht einfach da, sie kann und muss aktiv gestaltet werden.“
