Adventskonzert des Rivius-Gymnasiums am 18.12.2019 in der Attendorner Stadthalle

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Wie jedes Jahr hatte das Rivius Gymnasium am Mittwoch vor Weihnachten zum traditionellen Adventskonzert eingeladen.

In der bis auf den letzten Stuhl besetzten Stadthalle  konnten die begeisterten Zuhörer ein  Programm mit den beliebtesten Werken der vergangenen Konzerte genießen. Dass es sich um ein besonderes Konzert handelte, sagte schon der Titel „Last Christmas“, war es doch das letzte Konzert unter der bewährten Leitung von Gisela Brenne.

Momente der Stille und Besinnung ermöglichten die Schüler und Schülerinnen des Theaterprofils der Erprobungsstufe, die zwischen den Musikbeiträgen die beliebtesten Weihnachtsgedichte und Adventsverse vortrugen. Zur Augenweide wurden die Bilder, die die zum Teil außergewöhnlich begabten Maler und Malerinnen der Erprobungsstufe passend zu den Musikwerken und Wortbeiträgen in einem Wettbewerb gestaltet hatten.

Einen ersten Glanzpunkt setzten die Streicher der Großen Vielharmonie gemeinsam mit den Streichern der Mittelstufe und dem Klassenorchester 6 gleich zur Eröffnung mit dem Christmas-Medley von Robert Frost. Mit sattem, weichem Klang wurden beliebte, gern gehörte und gesungene Traditionslieder intoniert.

Es folgten Teile aus dem Messias, dem großartigen Oratorium von Georg Friedrich Händel.  Hier schon zeigte die vollständig sinfonisch besetzte Große VielHarmonie des Gymnasiums ihre Qualitäten: Nach dem majestätisch vorgetragenen „Würdig ist das Lamm“ stand als Kontrast ein heiter schwingendes  „Er weidet seine Herde“, dem sich das strahlend jauchzende, nur mit dem Anfang vom Weihnachtsoratorium von Bach vergleichbare „Halleluja“ anschloss. Unter der sicheren, sehr motivierenden Leitung von Gisela Brenne unterstrichen  die jubelnden Trompeten und eine sehr präsente Pauke  über dem Tutti- Klang den festlichen Charakter dieser genialen barocken Komposition!

Mit dem Klassenorchester 6 und den Streichern der Mittelstufe betrat ein stattliches, 25 –köpfiges Streichorchester  die Bühne und überzeugte mit einer gelungenen Zusammenstellung von Weihnachtsliedern. „Ihr Kinderlein kommet“  war von den Leiterinnen Julia Klees und Gisela Brenne genauso sorgfältig einstudiert worden wie  „Das Licht einer Kerze…“, mit dem zum Mitsingen eingeladen wurde. Intonationssicher in kräftigem Klang gelang dieser Besetzung zum Abschluss ihrer Darbietungen Rolf Zukowskis „In der Weihnachtsbäckerei“, die von vielen Kindern im Publikum spontan auch noch mitgesungen wurde.

Die vor Aufregung vor ihrem Auftritt fast zerspringenden „Neuen“, das Klassenorchester 5 mit zehn Schülerinnen und Schülern, die erst seit den Sommerferien ein Streichinstrument erlernen, zeigten sich auf der Bühne hoch konzentriert und schon sehr gut aufeinander eingespielt: So präzise und ohne Klappern gezupft konnten die treuen Zuhörer  „Lieber guter Nikolaus“, „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ (zu Mitsingen) und zum Abschluss „Jingle Bells“ selten hören!

Nach diesem Beitrag wurde es unruhig im Saal. Knapp 250 Kinder der Attandarra – Schule, der Sonnenschule, der Marien-Grundschule Helden und der Erprobungsstufe des Rivius Gymnasiums strömten vor die Orchesterbühne: Das Highlight des Adventskonzerts stand auf dem Programm: Vier Lieder – alle in den vergangenen Jahren schon einmal vorgetragen und schon damals heißgeliebt – standen  auf dem Programm: „Vor 200 Jahren“, „Der Kaiser hat befohlen“, „Kein Platz, kein Raum“ und „Nikolaus und Weihnachtsmann“. Die Lieder wurden nicht nur gesungen, sondern die Texte mit von den Rivianern erdachten Bewegungen zusätzlich dargestellt. Die begeisterten Eltern und Gäste konnten erleben, mit welchem Engagement die Kinder die Lieder sangen und diese  wirklich zu ihren Meisterwerken werden ließen. Großer Beifall zollte ihnen eine redlich verdiente Anerkennung. Er galt natürlich auch den Lehrerinnen und Lehrern der Grundschulen, die die Animation so sorgfältig mit vorbereitet hatten und Philipp Cramer, der das Orchester im Doppeldirigat leitete.

Danach gehörte der „Großen VielHarmonie“ wieder alleine die Bühne. „Charlie and the Chocolate Factory“ hatte sich das Orchester, in dem nicht nur  aktuelle Schüler, Eltern und Lehrer, sondern auch viele Ehemalige mitspielten, für dieses letzte Weihnachtskonzert unter alter Leitung gewünscht.

Nach einem leisen, unheimlichen Beginn mit Chimes und Cello entwickelte das Orchester den Klang in ein äußerst intensiv vorgetragenes Hauptthema dieses beliebten Filmes, rasend schnell, mit Schlagzeug und Pauken zu einem ersten Höhepunkt gesteigert. Es folgten dem Verlauf des Filmes nachzeichnende Teile, unterschiedlich in Stil und Tempo, beides bestens getroffen vom hervorragend geführten Orchester bis hin zum  Schluss in fulminanter Dramatik!

Das letzte Werk des Abends, „Frozen“, brachte die Herzen der Zuhörer endgültig zum Schmelzen. Waren von Beginn an die Streicher in schnellen und hohen Sechzehntelpassagen als „Intro“ gefordert, um die Dramatik der spannenden Rettung des Königsreiches darzustellen, glänzten am Ende die Trompeten in einem fulminanten Tutti-Finale. Delikate Rhythmen entwickelten sich zu einem der tragenden Elemente dieses Stückes. Mit großer Spielfreude und Drive wurde die Umsetzung dieser faszinierenden Musik vorangetrieben, das große Orchestertutti  immer wieder unterbrochen durch hervorragende Soli, ganz besonders von Trompete, Piccolo, Fagott und Englischhorn, Klarinette und Solo-Violine , die dem Ganzen so einen überaus farbenprächtigen Charakter verliehen: eine hervorragende Vorstellung dieses unter Leitung von Gisela Brenne über die Jahre immer mehr gewachsenen Orchesters schloss ein beeindruckendes Konzert ab.

Als Zugabe – bereits im Programm angekündigt – gab es mit Eva Parassi als Solisten „Last Christmas“. Riesiger Beifall und Standing Ovations schlossen ein begeisterndes Adventskonzert ab.