USA Blog Vivien Jung 2019

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Hallo, Rivianer!

Wie manche von euch bereits wissen, bin ich eine der Glücklichen, die in diesem Jahr die Chance erhalten haben, ein Jahr im Ausland zu verbringen.

Über das Parlamentarische Patenschaftsprogramm, einem Vollstipendium vom deutschen Bundestag, besuche ich im Schuljahr 2019/20 eine amerikanische High School und lebe bei einer Gastfamilie in Pennsylvania.

Erst einmal möchte ich mich kurz vorstellen: Mein Name ist Vivien Jung, ich bin 15 Jahre alt und eigentlich stolze Rivianerin. Doch trotzdem war es immer mein kleiner Traum einmal das Gefühl des Lebens eines amerikanischen Teenagers zu haben.

Ich bin jetzt schon seit knapp drei Wochen hier in den USA und bin immer noch begeistert von allem, was ich bereits gesehen habe.

Es ging etwas holprig los, denn direkt zu Beginn erlebte ich mein erstes kleines Abenteuer in Form meines ersten Fluges, der nicht nur mit mehr als einer Stunde Verspätung startete, sondern dank eines Sturmes über Washington D.C. auch noch nach Cleveland umgelenkt werden musste. Mit knappen vier Stunden Verspätung, gepaart mit den Vorteilen von sechs Stunden Zeitverschiebung, erreichten meine Gruppe anderer Stipendiaten und ich dann die Hauptstadt der USA, wo wir die Nacht aber im wundervollen Hilton Hotel verbringen durften. Zwar ein kleiner Trost, aber definitiv ein Erlebnis für sich!

Am nächsten Tag ging es für mich dann alleine mit dem Zug weiter nach Philadelphia. Dort wurde ich dann von meinem Local Coordinator, die sich um die Austauschschüler meiner Region kümmert, empfangen und von ihr zu meiner Gastfamilie gebracht.

Obwohl es kurz vor Abreise noch viele Herausforderungen gab und ich letztendlich eine neue Gastfamilie einen Tag vor meiner Ankunft bei ihnen erhalten habe, habe ich bisher fast ausschließlich positive Erfahrungen gemacht.

Meine Gastfamilie, und ganz besonders meine Gasteltern, haben mich herzlich mit offenen Armen empfangen und dafür gesorgt, dass ich mich sofort zuhause gefühlt habe.

Und auch wenn meine Gastschwester ein wenig jünger ist als ich, wir verstehen uns super und teilen viele gemeinsame Interessen.

In meinem Schuldistrikt beginnt das neue Schuljahr erst nächste Woche, einen Tag nach Labor Day, aber ich habe trotzdem schon einige High School-Erlebnisse gehabt: Als stolzes Mitglied der Marching Band meiner Schule, musste ich mich bereits durch zwei Wochen Band Camp mit acht-stündigen Proben am Tag schlagen. Doch es war ein unglaubliches Erlebnis, das ich jederzeit (nach mindestens acht Monaten Erholung) wiederholen würde. Diesen Freitag ist auch das erste Footballspiel, dessen Halbzeit wir gestalten dürfen.

In meiner spärlichen Freizeit habe ich aber auch die Gelegenheit bekommen, alltägliche Dinge komplett neu zu entdecken: Ob durch riesige Läden wie Walmart, Giant oder Target, in denen man selbst die Lebensmittel einscannen kann, und die teilweise durch riesige Roboter gesäubert werden, oder durch das Überqueren einer beliebigen Kreuzung, wobei man mit ungefähr zwanzig verschiedenen Ampeln – und einer erschreckenden Abwesenheit des deutschen Ampelmännchens – konfrontiert wird.

Es sind zwar nur Kleinigkeiten, aber trotzdem alles Sachen, die jeden Tag hier ein wenig besonders und aufregend machen.

Zusammen mit meiner Gastfamilie konnte ich bereits den wunderschönen Nockamixon State Park und auch die Car Show meines Ortes besuchen. Beides, Seen und Autos, konnte ich zwar in dieser Form auch schon in Attendorn bewundern, aber diese Erfahrung war auf ihre eigene Art und Weise so anders und neu, dass es schon fast merkwürdig erscheint. Ich bin mir nicht sicher, ob es der amerikanische Charme war oder ob ich es mir nur eingebildet habe, aber ich glaube man muss diese besondere Art des „Fremdseins“ einfach einmal selbst erlebt haben, um alles mit einem anderen Blickwinkel betrachten zu können.

Alles in allem möchte ich schon einmal das Fazit ziehen: Es war bereits eine wundervolle Zeit und ich freue mich darauf, mehr von der amerikanischen Kultur zu sehen und zu erleben. Jede zwischenmenschliche Begegnung war unglaublich zuvorkommend und freundlich, und generell kann ich einfach nur sagen: Ich kann es kaum erwarten, noch mehr als neun Monate hier zu leben.

Liebe Grüße aus den Vereinigten Staaten,

Vivien