Politisches Projekt H.E.L.P.

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Einblick in die Welt der Verhandlungen und Intrigen: Die Schüler der 9a versetzen sich für einen Tag in die Rollen von Abgeordneten aus Konfliktländern.

Solch ungewöhnliche Anblicke durften die Schüler des Rivius Gymnasiums Mitte Februar, in den Hallen ihrer Schule betrachten. Hoher Besuch aus dem Landtag, mag man denken, bei genauerem Hinsehen erkennt man aber: Hierbei handelt es sich um die Schüler selbst.

Das Rivius bot die Bühne für „einen politischen Showdown“, der sich im Rahmen des „humanitären Entwicklungs- und Lernprozess“ abspielte.

Geleitet wurde dieses Projekt von den dafür ausgebildeten Scouts Aida Baradari und Vanessa Bonacker, die unter der Aufsicht von Herrn Dr. Thielmann, die 9a in die Welt der Politik einführten. Und zwar nicht in Form von normalem Unterricht, sondern durch die Inszenierung eines komplexen Konflikts – mit den Schülern mittendrin.

Dabei wurde die Klasse in sieben Parteien geteilt; einige von ihnen wurden dann die Abgeordneten verschiedener Staaten, darunter auch Deutschland, und andere übernahmen die Rollen der Vertreter der Presse und des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes. In diesen Gruppen stellten sie sich einer Aufgabe, die normalerweise nur hohen Politikern zugeteilt werden würde: Den Konflikt zwischen zwei afrikanischen Ländern zu klären.

Konfrontiert mit einer so noch nie gesehenen Aufgabe verteilten sich die Schüler in der 1. bis 6. Stunde in ihren Parteien auf einige Räume im Untergeschoss, wo sie sich miteinander beraten konnten.

In regelmäßigen Abständen fanden Verhandlungen unter den Augen der Vereinten Nationen, die von den Scouts gebildet wurden, statt. Zwischen diesen Verhandlungen gab es außerdem Möglichkeiten zur Diskussion zwischen zwei Parteien, die dort Verträge und Bündnisse abschließen konnten.

Das alles lief unter der Aufgabe, die Meinung seiner Partei zu vertreten und einen Kompromiss zu ermitteln, bei dem niemand zu kurz kommen durfte. Über die Fortschritte berichtete die Presse, die in Form von Eilmeldungen und Berichten Nachrichten verbreitete, die zugunsten oder gegen eine Partei sprechen konnten.

Gefährlich konnten an dieser Stelle die „Top Secret“-Informationen werden, über die jede Partei – und auch die Presse – verfügte. Sobald sie veröffentlicht wurden, konnte es das Ende eines fast hergestellten Friedens bedeuten.

Von dieser Möglichkeit begeistert, gingen die Schüler sehr engagiert an die Sache heran und verliehen diesem Planspiel einen realistischeren Ton, indem sie sich wie echte Abgeordnete kleideten, und auch verhielten.

Nach langen Verhandlungen und Diskussionen, in denen es auch manchmal ziemlich hitzig herging, wurde schlussendlich ein Kompromiss gefunden, der den Frieden zwischen den Ländern – zumindest für kurze Zeit – garantierte. Das Fazit der Schüler: „Eine super Erfahrung, die wirklich einmal gezeigt hat, wie schwer es ist, einen Kompromiss zu finden, der so vielen Parteien gefällt.“