„Schüler forme(l)n Industrie“ – Mai 2016

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Seit 5 Jahren arbeitet das Rivius-Gymnasium Attendorn mit der Firma Mubea im Projekt „Schüler forme(l)n Industrie“ zusammen.

Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Schule und ortsansässiger Industrie zu fördern und Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit der Anwendung von schulischem Wissen in konkreten industriellen Prozessen zu ermöglichen und diese gegebenenfalls zukünftig mitzugestalten. Bisher haben sich die Schülerinnen und Schüler um Themen gekümmert wie, „Minimierung des Verschnitts beim Ausstanzen von B-Säulen-Rohlingen“ oder der „Erstellung eines digitalen Tools zur Durchführung und Auswertung von Eignungstests“. In diesem Jahr ging es „Rund um die Federbandschelle“.

Am Rivius-Gymnasium Attendorn können sich dazu Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 (Q1) im Rahmen des Projektkurses NRW bewerben. Betreut durch Lehrer des Rivius-Gymnasiums und Mitarbeiter der Firma Mubea sollte die Projektgruppe innerhalb eines Jahres Lösungsmöglichkeiten für reale industrielle Probleme auf Grundlage selbst gesteckter Ziele entwickeln, diese in der Praxis erproben und am Ende der Projektlaufzeit einem Plenum beteiligter und interessierter Personen im Rahmen einer Präsentationsveranstaltung vorstellen.

Das Projekt „Schüler forme(l)n Industrie“ startet direkt nach den Sommerferien im Rahmen einer Auftaktveranstaltung bei Mubea. Im Rahmen dieser Sitzung werden den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern zum ersten Mal die Arbeitsbereiche und die dort ausgewählten Probleme vorgestellt.

Im aktuellen Schuljahr haben sich neun Schüler für diesen Projektkurs entschieden. Gestartet wurde am Anfang dieses Schuljahres und abgeschlossen nach den Osterferien. Am 14.04.16 schloss dieser Kurs mit der finalen Präsentation in der Mensa des Rivius-Gymnasiums. Die neun Schüler Maike Kristen, Maurice Sternberg, Philipp Brune, Niklas Schulte, Nils Kuprat, Julian Händeler, Patrick Bogdol, Tim Lotz und Jan Verner erhielten in diesem Kurs einen Einblick in die Arbeitswelt der Firma Mubea. Der Projektkurs wurde von Dr. Ing. Timm Bauschke geleitet. Die betreuenden Lehrer des Rivius-Gymnasiums sind Walter Isphording und Jan Hendrik Müller. Schon von Anfang an mussten die Schüler sehr selbständig arbeiten. Sie wurden in drei Gruppen aufgeteilt, die sich jeweils um Vertrieb, Produktion oder Entwicklung kümmerten. Das Team Vertrieb (Jan Verner, Patrick Bogdol, Tim Lotz) hat mit Dr.-Ing. Timm Bauschke als Leiter einen tiefen Einblick in das Thema Normen und Spezifikationen rund um ein Hauptprodukt von Mubea, die Federbandschelle, bekommen. Die Schüler des Teams Produktion (Niklas Schulte, Nils Kuprat, Julian Händler) wurden von Markus Zippel und Markus Erwes in die Produktionszahlen der Federbandschelle eingeführt und haben darüberhinaus noch eine Präsentation zur Schulung der Arbeiter für die Qualitätskontrolle von Federbandschellen erstellt. Das letzte Team, das Team Entwicklung (Philipp Brune, Maurice Sternberg, Maike Kristen), wurde von Jan Geese in die mathematische Beschreibung der Federbandschelle eingeführt. Ziel des Teams war es, den Arbeitsschritt der Vermessung und Bestimmung von Parametern zur Berechnung der Spannungen der Oberfläche einer Federbandschelle, die bisher hauptsächlich von Hand ausgeführt wurde und deshalb sehr lange dauerte, durch die Erstellung eines Programms zur Auswertung zu verkürzen. Die drei Teams haben während dieser Zeit einen Einblick in die reale Arbeitswelt erhalten und durch sehr große Eigeninitiative ihre an sie gestellten Aufträge zur vollsten Zufriedenheit der Firma Mubea erledigen können.

Projektkurs Mubea 2016

Für alle bisherigen Teilnehmer war dieses Projekt, gemäß ihrer eigenen Einschätzung, der erste selbstorganisierte Arbeitsprozess im Rahmen von Schule.

Alle Beteiligten sind überaus zufrieden mit den Ergebnissen, insbesondere der direkte und persönliche Kontakt zur Industrie hat auf Seiten der Schüler nicht nur die Arbeitsmotivation gefördert, sondern ebenso mehr Verständnis für betriebliche Arbeitsabläufe geschaffen.

Artikel mubea 2016

Artikel aus der WP – 31.5.2016